Wirtschaftliche Chancen durch die CSRD-Berichtspflicht: Wie Unternehmen von nachhaltiger Berichterstattung profitieren können

TRANSFORMATION // 15.12.2023

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Das Wichtigste im Überblick

  • Die CSRD-Berichtspflicht gilt ab dem Geschäftsjahr 2024 bereits für große Unternehmen mit einer Bilanz von mind. 25 Mio. Euro, 50 Mio. Euro Nettoumsatz und/oder 250 Mitarbeitenden.
  • Sukzessive erweitert sich der Kreis der Unternehmen, die nach CSRD berichten müssen, bis 2028.
  • Wir empfehlen, die im Berichtsprozess gewonnen Erkenntnisse zu nutzen, um eine nachhaltige Transformation Ihres Unternehmens in Gang zu setzen.
  • Durch nachhaltige Transformation können Sie unter anderem die Effizienz steigern, langfristig Kosten einsparen sowie Innovation und Wachstum fördern.

Die CSRD-Berichtspflicht: Mehr als nur eine neue Anforderung

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) markiert einen Wendepunkt in der Unternehmensberichterstattung. Sie geht über die reine Finanzberichterstattung hinaus und fordert Unternehmen auf, ihre sozialen und ökologischen Auswirkungen transparent zu machen. Diese Initiative der Europäischen Union zielt darauf ab, die Transparenz, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung von Unternehmen zu erhöhen.

Die Betrachtung von Corporate Sustainability Reporting Directive kann aus zwei Perspektiven erfolgen: einerseits als eine Compliance-Anforderung, die lediglich die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sicherstellt, und andererseits als eine strategische Chance, um langfristige Transformationen hin zu nachhaltigem Wirtschaften zu initiieren.

Bei der Compliance-zentrierten Herangehensweise liegt der Fokus auf der Erfüllung minimaler Berichtsstandards, wodurch Unternehmen primär regulatorische Strafen vermeiden und ihr Image in Bezug auf Nachhaltigkeit aufrechterhalten. Diese Perspektive ist meist jedoch kurzfristig orientiert und reaktiv, da sie sich auf die Einhaltung bestehender Normen beschränkt, ohne aktiv neue Ideen und Herangehensweisen zu fördern.

Im Gegensatz dazu bietet der Ansatz, CSRD als Grundlage für nachhaltige Transformationen zu nutzen, eine proaktive Möglichkeit, die Unternehmensführung und -kultur grundlegend zu verändern. Diese Herangehensweise, die wir auch bei ENDURE verfolgen, sieht den Berichtsprozess als einen integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie, der Innovationen und langfristige Pläne für ökologische Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und wirtschaftliche Resilienz vorantreibt. Durch die tiefergehende Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in Geschäftsmodelle und -prozesse kann eine echte Transformation erreicht werden, die nicht nur regulatorischen Anforderungen gerecht wird, sondern auch zu einer nachhaltigeren, zukunftsfähigen und letztlich auch wirtschaftlich vorteilhafteren Unternehmenspraxis führt.

Wen betrifft die CSRD überhaupt?

Die CSRD erweitert die bisherige Non-Financial Reporting Directive (NFRD) und betrifft eine größere Anzahl von Unternehmen. Zukünftig werden in der EU etwa 49.000 Unternehmen nach CSRD berichten müssen; das betrifft allein 15.000 deutsche Unternehmen. Die CSRD verlangt über Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte (ESG) zu berichten. Dies beinhaltet Informationen über Umweltauswirkungen, soziale Verantwortung, Mitarbeiterbelange und die Achtung der Menschenrechte. Die konkreten Anforderungen zu diesen Themen werden in den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) geregelt.

Die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD wird sukzessive zur Pflicht für Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften mit ausschließlich haftungsbeschränkten Gesellschaftern. Außerdem wird nach der Größe der Unternehmen unterschieden. Große Unternehmen müssen als erste ihre Berichterstattung abgeben. In bilanzrechtlichem Sinne müssen zwei der drei Kriterien zutreffen (Stand 12/2023):

GroßunternehmenKMUsKleinstunternehmen
BilanzMind. 25 Mio. Euro5–7,5 Mio. EuroMax. 450.000 Euro
NettoumsatzMind. 50 Mio. Euro10–15 Mio. EuroMax. 900.000 Euro
MitarbeitendeDurchschn. 25010–249Max. 10

 

Den Start machen die ersten großen Unternehmen bereits im Geschäftsjahr 2024. Wenn Ihr Unternehmen bereits jetzt der nichtfinanziellen Berichterstattung (NFRD) unterliegt, startet für Sie die CSRD-Berichtspflicht jetzt und der erste Bericht muss 2025 eingereicht werden.Als nächstes folgen große Unternehmen, die aktuell noch nicht nach NFRD berichten müssen. Für sie wird der erste Bericht 2026 fällig, der Auskunft über das Geschäftsjahr 2025 gibt. Börsennotierte KMUs, kleine Kreditinstitute und firmeneigene Versicherungsunternehmen müssen dann 2027 über das Geschäftsjahr 2026 berichten. Hier besteht jedoch die Option, die Berichtspflicht noch bis 2028 aufzuschieben. Allerdings wird es für KMUs einen eigenen Standard geben, um die Anforderungen an Unternehmen verhältnismäßig zu halten. Dieser Standard ist aktuell (12/2023) noch in Arbeit.

CSRD-Berichtspflicht als Sprungbrett für wirtschaftlichen Erfolg nutzen

Natürlich können Sie und Ihr Unternehmen die Nachhaltigkeitsberichtspflicht einfach als eine weitere von vielen regulatorischen Anforderungen sehen. Doch wir möchten Sie ermutigen, eine andere Perspektive einzunehmen. Warum? Durch den Berichtsprozess sind Unternehmen gezwungen, sich mit ihren Geschäftsprozessen zu beschäftigen und diese zu reflektieren. In diesen Analysen werden viele Daten und Informationen über das eigene unternehmerische Handeln gewonnen, die ein großes Transformationspotenzial bieten.Wenn Sie den Bericht lediglich als Pflicht betrachten, der einmal im Jahr eingereicht werden muss, bleiben diese Transformationspotenziale ungenutzt liegen. Wir schlagen Ihnen einen anderen Weg vor: Nutzen Sie die im Berichtsprozess gewonnen Erkenntnisse, stoßen Sie echte Transformationsprozesse an und entwickeln Sie Ihr Unternehmen weiter. Auf diese Weise gelingt es, Ihr Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig zu halten und auch in schwierigen Zeiten erfolgreich zu bleiben.

 

Doch wie geht man bei der Berichtserstellung vor? Mehr über den CSRD-Berichtsprozess erfahren Sie in unserem Whitepaper. Wir stellen Ihnen den Ablauf vor und erklären die zugrundeliegenden Konzepte wie etwa die doppelte Wesentlichkeit.

 

Effizienz steigern & langfristig Kosten sparen

Durch Nachhaltigkeit Kosten einzusparen, ist tatsächlich möglich. Denn durch die Analysen der Geschäftsprozesse im Rahmen der CSRD-Berichtspflicht erhalten Sie einen tiefen und genauen Einblick in alle Prozesse des Unternehmens. Auf diese Weise können ineffiziente Prozesse aufgedeckt und eliminiert bzw. verbessert werden. Dies führt in der Regel auch zu langfristigen Kosteneinsparungen, da nur wirklich notwendige Prozesse aufrechterhalten werden.

Innovation & Wachstum fördern

Ein weiterer Mythos ist, dass die Vorgaben für nachhaltiges Wirtschaften einschränken und die Geschäftsmöglichkeiten schmälern. In unserer Arbeit mit Kunden aus verschiedenen Branchen sehen wir, dass dies nicht zutrifft. Unternehmen, die nachhaltige Prinzipien in ihre Geschäftsstrategie integrieren und somit offen für neue Wege sind, entwickeln neue Produkte und Dienstleistungen. Sie passen sich aktuellen Entwicklungen an und können somit neue Zielmärkte und Geschäftsfelder erschließen.Voraussetzung, damit dies gelingen kann, ist, dass das Thema Nachhaltigkeit und alle damit verbundenen Ziele und Pflichten ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie werden. Dies bedeutet, dass Nachhaltigkeit kein Thema einer einzelnen Abteilung ist. Stattdessen ist es in allen relevanten Bereichen integriert. Außerdem sollte über kurzfristige Gewinne hinausgedacht werden.

 

Sich nachhaltig aufzustellen, bedeutet langfristig zu denken. Das ist entscheidend, um sich ändernde Marktbedingungen und gesellschaftliche Erwartungen zu erfüllen.

 

Risikomanagement optimieren

Unternehmen sind bei der Erstellung ihres Nachhaltigkeitsberichts dazu verpflichtet, eine Wesentlichkeitsanalyse durchzuführen. Hierbei werden die Geschäftschancen und -risiken für alle in den ESRS-Standards geforderten Themen ermittelt. Die so gewonnenen Erkenntnisse zu potenziellen Risiken können Sie somit frühzeitig in Geschäftsentscheidungen berücksichtigen.Wer sich aktiv mit den eigenen Geschäftsrisiken vertraut macht, ist meist auch besser auf externe Schocks und Veränderungen vorbereitet, da man weniger von diesen Überrascht wird. Wenn Sie also damit beginnen, sich aktiv mit Nachhaltigkeitsrisiken auseinanderzusetzen, stärkt das gleichzeitig die Resilienz des Unternehmens.

Die öffentliche Meinung zählt

Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit ist zunehmend stärker in der Gesellschaft präsent. Immer mehr Menschen achten mittlerweile darauf, wie Produkte hergestellt werden, wo sie herkommen und welche Materialien verwendet werden. Unternehmen, die nachhaltig handeln, können dies für ihre Marketingaktivitäten und positive PR nutzen.Doch in Zeiten des Fachkräftemangels gilt es, auch als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie zu integrieren, verändert auch die Unternehmenskultur. Ein Punkt, in dem Sie sich beim Kampf um Arbeitskräfte von Ihrer Konkurrenz abheben können.

 

Erfahren Sie mehr über die Chancen, die eine nachhaltige Transformation Unternehmen bietet. In unserem Whitepaper zum CSRD-Berichtsprozess stellen wir Ihnen die Vorteile noch detaillierter vor und zeigen Ihnen, wie der Berichtsprozess abläuft.

 

Fazit: CSRD-Berichtspflicht als Grundlage für Ihren Erfolg

Sie sehen, die CSRD ist zwar eine neue Pflichtanforderung für viele Unternehmen, sie muss aber nicht zwangsläufig eine Belastung sein. Es kommt ganz auf die Herangehensweise an. Die im Berichtsprozess gewonnen Daten und Informationen lassen sich nutzen, um Transformationsprozesse in Gang zu setzen und Ihr Unternehmen langfristig gut am Markt zu positionieren. ENDURE steht Ihnen bei jedem Schritt in bei der Erstellung des CSRD-Berichts als zuverlässiger Partner zur Seite. Entscheiden Sie sich für einen langfristigen, nachhaltigen Weg – begleiten Sie bei der Erstellung des CSRD-Berichts, der Ermittlung Ihrer Transformationspotenziale sowie deren Umsetzung.

FAQ

Was ist die CSRD-Berichtspflicht und wen betrifft sie?

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ist eine Initiative der Europäischen Union, die große Unternehmen ab 2024 verpflichtet, über ihre sozialen und ökologischen Auswirkungen zu berichten. Dies betrifft Unternehmen mit einer Bilanzsumme von mindestens 25 Millionen Euro, einem Nettoumsatz von mindestens 50 Millionen Euro und/oder durchschnittlich 250 Mitarbeitenden.

Welche Arten von Informationen müssen im CSRD-Bericht enthalten sein?

Der CSRD-Bericht sollte detaillierte Informationen über Umweltauswirkungen, soziale Verantwortung, Mitarbeiterbelange und die Achtung der Menschenrechte enthalten. Die genauen Anforderungen werden durch die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) geregelt.

Können KMUs von der CSRD-Berichtspflicht befreit werden?

Börsennotierte KMUs, kleine Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen müssen ab 2027 über das Geschäftsjahr 2026 berichten, haben jedoch die Option, die Berichtspflicht bis 2028 aufzuschieben. Für KMUs wird zudem ein eigener Standard entwickelt, um die Anforderungen angemessen zu gestalten.

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