Co-Create Future: Ein Nachmittag im Zeichen der Zukunft

TRANSFORMATION // 24.04.2023

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Neue Anwendungslösungen für aktuelle Herausforderungen –
Co-create Future: Nachhaltigkeit als strategischer Treiber in der industriellen Produktion

Nachhaltigkeit – Hygienefaktor oder strategischer Treiber für die Industrie?

Welche Chancen und Risiken bietet Nachhaltigkeit? Und wie kann eine entsprechende nachhaltige Transformation erfolgreich in der Industrie umgesetzt werden?

Diese Fragen standen im Zentrum der Diskussionen bei unserer ersten Veranstaltung ‘co-create Future’ am 23.03.23 in Berlin. Eine wichtige Erkenntnis war: Um wirkungsvolle Lösungen entwickeln zu können, brauchen wir einen kontinuierlichen Austausch und Diskurs über Lernerfahrungen, Bedürfnisse und Nachhaltigkeitsstrategien mit allen Akteuren.

Den Startschuss machten vier Impulsbeiträge:

 

Prof. Dr. Hannes Utikal berichtete anhand der Erfahrungen des Zentrums für Industrie und Nachhaltigkeit (ZIN) der Provadis Hochschule zum Thema nachhaltige Transformation in der Industrie und wie wissenschaftliche Erkenntnisse in der Praxis umgesetzt werden können. Besonders wichtig:

– Nachhaltigkeit muss konkret operationalisiert werden.

– Eine rein technologisch-ökonomische Betrachtung ist nicht ausreichend, denn Stakeholder aus Politik und Gesellschaft müssen zwingend (zumindest gedanklich) mit am Tisch sitzen.

– Unternehmen sollen den für sich spezifischen Transformationspfad entwickeln, Zielkonflikte benennen und sich in Bezug auf die langfristigen Ziele positionieren.

– Es lohnt sich die Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Produktelemente zu ermitteln, denn darin kann Geschäftspotential stecken.

 

Marion Sollbach von Scholz & Friends Reputation, veranschaulichte welche Rolle der Handel als Gatekeeper zwischen Herstellern und Verbrauchern spielt und was das für eine nachhaltige Entwicklung der Industrie bedeutet. Wir nehmen mit:

– Besonders in Kooperation mit dem Handel bringen wir Nachhaltigkeit voran.

– Der Handel kann verhältnismäßig schnell Entscheidungen treffen und ist ein direkter Verbraucherkanal.

– Freiwillige Standards des Handels führten zu späteren Gesetzen.

– Unternehmen sollten sich in Nachhaltigkeitsinitiativen des Handels engagieren, oder diese zumindest genau beobachten.

 

Wolf-Dieter Meier von Saint Gobain widmete sich Nachhaltigkeitsstrategien und deren Umsetzung in Konzernstrukturen. Die Kernaussagen:

– Nachhaltigkeit muss nachhaltig bleiben.

– Unternehmen müssen sich ambitionierte Ziele setzen und diese regelmäßig kontrollieren, um ernsthafte Nachhaltigkeit zu realisieren.

– Das Beispiel Saint-Gobain zeigt: Erfolgsfaktoren sind ein langjähriges Commitment sowie die integrierte Betrachtung über alle Nachhaltigkeitsaspekte.

 

Susanne Volz von ecocircle-concept teilte ihr Wissen, wie ein wettbewerbsfähiges Europa erfolgreich in einer Circular Economy funktionieren kann. Wichtige Erkenntnisse:

– Beim Thema Kreislaufwirtschaft gibt es großes Potenzial, da nur 9% der genutzten Ressourcen bisher zirkulär sind.

– Was jetzt für die Umsetzung nötig ist: das richtige Mindset und der Mut andere Wege zu gehen. Dazu müssen sich Unternehmen folgende Fragen stellen:

   – Wie sieht mein Markt in einer net-zero Welt aus?

   – Was ist mein Produkt, Service oder Geschäftsmodell, um in diesem Markt zu bestehen?

   – Welche Veränderungen muss ich heute umsetzen, um meinen Erfolg einzuleiten?

   – Was passiert, wenn ich mir diese Fragen heute nicht stelle?

 

 

Im anschließenden, interaktiven Workshop in Form eines World Cafés wurden von allen Teilnehmenden gemeinsam an vier verschiedenen Thementischen Erfahrungen ausgetauscht und Ansatzpunkte für das Handeln im hier und jetzt erarbeitet.

Zu diesen Fragestellungen haben sich die Teilnehmenden während des Workshops ausgetauscht, bei denen folgende Ergebnisse zustande kamen:

 

Was ist die richtige Positionierung zum Thema Nachhaltigkeit, auch in Bezug auf Zielkonflikte?

Fazit der Diskussion:

– Nachhaltigkeit als Teil der Strategie verankern und Relevanz für die Stakeholder klar haben

– Eine bewusste Entscheidung darüber treffen, wie das Unternehmen sich selbst auch dazu positionieren möchte (z. B. Vorreiter, Nachhaltigkeit lediglich als Hygienefaktor, …) à das Selbstverständnis

– Reicht es das Unternehmen zu positionieren oder sollte die Lieferkette positioniert sein?

– Entscheidungen mit unvollständigen Informationen treffen

– Zielkonflikt Entscheidung heute und Auswirkungen heute, sowie in der Zukunft

– Akzeptanz bei allen Mitarbeitenden durch Kommunikation und die zielgruppengerechte Sprache schaffen

– Wie oft hinterfrage ich das Geschäftsmodell?

 

Welches Nachhaltigkeitsprojekt war in Ihrer Organisation richtig wirksam und warum?

Fazit der Diskussion:

– Erster Schritt für erfolgreiche Projekte ist eine gute Bilanzierung (CO2, Energie, Wasser etc.) am besten mit Daten aus digitalen Zählern

– No-brainer sind: LED-Lampen, Frequenzumrichter, 100% Ökostrom, Umzug in energieeffiziente Gebäude

– Herausfordernder, aber erfolgreicher ist es das Geschäftsmodell neu zu denken und an die zukünftige Vision anzupassen

– Projekte sind oft ausschließlich monetär motiviert, Finanzen und Nachhaltigkeit zusammen zu denken führt auch zu Erfolgen in beiden Bereichen

– Frustration kann entstehen, wenn herausfordernde Projekte nach Beendigung vom Umfeld als Stand der Technik angesehen werden

– Erfolge müssen gefeiert und Projekte in den richtigen Kontext gesetzt werden

 

Was sind kritische Erfolgsfaktoren, um in Industriekonzernen nachhaltige Strategien umzusetzen?

Fazit der Diskussion:

– Interne Erfolgsfaktoren sind: Klares Commitment der Unternehmensführung; verlässliche Zahlen/Daten/Fakten; transparente Informationen und klare Kommunikation im Unternehmen; kurzfristig sichtbare Ergebnisse; Verbindung von Nachhaltigkeit mit Performance; Motor, der alles vorantreibt, ohne vom Tagesgeschäft abgelenkt zu sein; motiviertes und kompetentes Team

– Externe Faktoren, die zu berücksichtigen sind: Branche, Kultur bzw. gesellschaftlicher Konsens, globaler Wettbewerb, verknüpfte Trends (z.B. Digitalisierung)

– Vernetzte Perspektive – systemischer Ansatz: Wechselwirkungen verstehen und nutzen, z.B. Digitalisierung – Transparenz – Kompetenzen der Mitarbeiter – Innovation und Kundenmehrwert – kontinuierliche Verbesserung

– Notwendiges Mindset: Mut zur Transformation und Wahrnehmung von Verantwortung als Teil der Gesellschaft

 

Wie sieht Ihr Geschäftsmodell/ Produkt/ Service in einer net-zero Economy aus?

Fazit der Diskussion:

– Schnell wurde die Eingangsfrage abgeleitet und weitreichender diskutiert: Welcher Markt wird 2050 existieren? Was bedeutet das für meine Kunden und dann letztlich für mich und meine heutige Kompetenz?

– Am Bsp. der Daten-Archivierung für die pharmazeutische Industrie: Wie können Daten in 30 Jahren bereitgestellt werden? Wie kann dies klimaneutral geschehen? Wie ist die Digitalisierung und der entstehende Energiebedarf zu kompensieren? Kann die Abwärme der Server nutzbar gemacht werden? Kann das Wissen der Datenarchivierung für die größeren Ziele der Circular Economy genutzt werden?

– Konsens: sehr komplexe Ableitung, aber absolut notwendig, um zukunftsfähig und enkelfähig zu wirtschaften

 

Herzlichen Dank an alle Speaker, Teilnehmende sowie Organisatoren und Organisatorinnen, die co-create Future realisiert und ermöglicht haben – der Nachmittag war sowohl inhaltlich als auch persönlich eine Bereicherung und es sind großartige Diskussionen, Ideen und Anwendungslösungen entstanden.

 

 

Sie sind interessiert an den Details der Diskussionen und den Erkenntnissen? Sprechen Sie uns gerne an!

Sie möchten gerne an zukünftigen ‚co-create Future‘-Veranstaltungen teilnehmen? Wir schätzen den direkten Austausch sehr und nehmen Sie gerne auf unsere Einladungsliste mit auf.

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