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KI in der Datenanalyse

03.02.2026 | Operational Excellence | 0 Kommentare

DAS WICHTIGSTE IM ÜBERBLICK

  • Von Datenflut zu Entscheidung: KI-gestützte Analyse hat über 190 Prozessparameter in kürzester Zeit strukturiert und die Ursachen für langanhaltende Leistungsgradverluste klar eingegrenzt – ohne zusätzliche Messungen oder Vor-Ort-Analysen.
  • Ursachen statt Symptome: Statt Geschwindigkeit, Regelung oder Einzelkomponenten zu optimieren, wurde sichtbar, wo systematisch Reserve verloren gegangen ist – und warum frühere Maßnahmen heute nicht mehr wirken.
  • Wochen auf Tage reduziert: Was klassisch mehrere Analysezyklen benötigt hätte, konnte in wenigen Stunden auf einen entscheidungsfähigen Ursachenraum verdichtet werden – als belastbare Grundlage für Betrieb, Instandhaltung und Management.

    Wenn 190 Prozessparameter endlich antwort liefern

    Wie KI industrielle Datenanalyse radikal beschleunigt

    In vielen Produktionsanlagen ist die Situation ähnlich: Es gibt Unmengen an Daten, aber erstaunlich wenig Klarheit. Leistungsgrade sinken schleichend, Maßnahmen greifen nicht nachhaltig, Diskussionen drehen sich im Kreis. Die Daten sind da – die Ursache bleibt diffus.

    Genau mit dieser Ausgangslage sind wir in einem aktuellen Projekt konfrontiert worden. Eine komplexe Produktionsanlage verlor seit längerer Zeit messbar an Leistungsfähigkeit. Über 190 Prozessparameter standen zur Verfügung, historisch über mehrere Jahre aufgezeichnet. Klassische Analysen hatten bereits stattgefunden – ohne belastbare Erklärung.

    Die Frage war nicht mehr ob Daten vorhanden sind, sondern:
    Wie kommt man schneller von Daten zu einer entscheidungsfähigen Aussage?

    Ein anderer Blick auf Datenanalyse

    Statt mit einer langen Phase manueller Voranalysen zu beginnen, wurde ein neuer Ansatz gewählt:
    Ein Large Language Model wurde gezielt als analytischer Sparringspartner eingesetzt – nicht zur „Automatisierung von Statistik“, sondern zur strukturierten Ursachenanalyse.

    Der Fokus lag dabei bewusst auf Prinzipien, die aus Six Sigma bekannt sind:

    • Ursache vor Symptom

    • zeitliche Logik statt reiner Korrelation

    • Trennung von Evidenz, Interpretation und Annahmen

    Der Unterschied: Die KI konnte diese Denklogik konsequent über hundertfach mehr Variablen hinweg anwenden – und das in Stunden statt Wochen.

    Was konkret anders lief

    Die Analyse begann nicht mit Detailhypothesen, sondern mit einer datengetriebenen Strukturierung:

    • Welche Signale verhalten sich stabil, welche driften?

    • Wann ändern sich Betriebsregime?

    • Welche Größen reagieren vor einem Leistungsabfall – und welche erst danach?

    Besonders wichtig war die zeitliche Perspektive. Leistungsgradverluste wurden nicht als Momentaufnahmen betrachtet, sondern als Episoden mit klarer Vorgeschichte. Genau dort liegt häufig der blinde Fleck klassischer Auswertungen.

    Die KI wurde dabei nicht als „Black Box“ genutzt, sondern als methodischer Verstärker:

    • Hypothesen wurden explizit formuliert

    • Alternativen systematisch geprüft

    • Unsicherheiten transparent benannt

    Das Ergebnis war kein statistisches Gutachten, sondern eine technisch nachvollziehbare Argumentationskette.

    Der entscheidende Mehrwert

    Der größte Gewinn lag nicht in neuen Daten, sondern in Zeit und Fokus.

    Was sonst Wochen an iterativer Analyse, Abstimmung und Diskussion erfordert, wurde in wenigen Tagen auf einen klaren Ursachenraum verdichtet. Symptome konnten sauber von Treibern getrennt werden. Diskussionen verlagerten sich weg von Meinungen hin zu überprüfbaren Aussagen.

    Besonders relevant:
    Die Analyse zeigte, dass der beobachtete Leistungsabfall nicht plötzlich entstanden ist, sondern das Ergebnis eines schleichenden Verlusts an System-Reserve war. Erst als diese Reserve aufgebraucht war, wurde der Effekt sichtbar – dann allerdings massiv.

    Diese Erkenntnis erklärt, warum viele Maßnahmen „früher funktioniert haben“ und heute nicht mehr greifen. Und genau hier liegt der Unterschied zwischen Reagieren und Verstehen.

    Für wen ist der Ansatz relevant

    Dieser Ansatz ist besonders wertvoll für:

    • Produktionsverantwortliche, die vor scheinbar widersprüchlichen Daten stehen

    • Instandhaltungsteams, die keine klaren Defekte finden, aber Leistung verlieren

    • Technische Leitungen, die Entscheidungen unter Unsicherheit treffen müssen

    • Management, das belastbare Prioritäten statt weiterer Einzelmaßnahmen braucht

    Kurz: überall dort, wo Komplexität nicht durch mehr Detail, sondern durch bessere Struktur beherrscht werden muss.

    Für wen ist der Ansatz relevant

    Dieser Ansatz ist besonders wertvoll für:

    • Produktionsverantwortliche, die vor scheinbar widersprüchlichen Daten stehen

    • Instandhaltungsteams, die keine klaren Defekte finden, aber Leistung verlieren

    • Technische Leitungen, die Entscheidungen unter Unsicherheit treffen müssen

    • Management, das belastbare Prioritäten statt weiterer Einzelmaßnahmen braucht

    Kurz: überall dort, wo Komplexität nicht durch mehr Detail, sondern durch bessere Struktur beherrscht werden muss.

    Fazit

    KI ersetzt keine Erfahrung und kein Prozessverständnis. Aber sie kann helfen, Erfahrung schneller wirksam zu machen – indem sie Muster sichtbar macht, die sonst im Rauschen untergehen.

    Der eigentliche Hebel liegt nicht in der Technologie selbst, sondern darin, wie sie eingesetzt wird: als methodisches Werkzeug, nicht als Orakel.

    Genau darin sehen wir bei endure consulting einen entscheidenden Zukunftspfad: KI-gestützte Datenanalyse, eingebettet in industrielle Realität und Entscheidungslogik.

    Die spannende Frage ist daher weniger, ob KI in der industriellen Analyse genutzt wird –
    sondern wer sie so einsetzt, dass aus Daten wieder Entscheidungen werden.